Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, ob ein Zusammenhang zwischen städtebaulichem Denkmalschutz und Tourismusentwicklung in Ostdeutschland nachweisbar ist. In zehn ostdeutschen Städten wurden Untersuchungen der Tourismusstrukturen und -entwicklungen, eine Analyse der Marketingaktivitäten und Internetauftritte der Städte, eine Gäste- und Unternehmensbefragung sowie Gespräche mit Planern, Denkmalschützern und Touristikern durchgeführt.
Infolge der Vielfalt individueller Strukturen und Einflüsse
zeigt die Nachfrageentwicklung in den Referenzstädten - stellvertretend
für alle Städte - nicht automatisch kontinuierliche Zuwächse.
Die positive Wirkung des Städtebaulichen Denkmalschutzes wird
durchaus wahrgenommen, sowohl von den Gästen als auch der Wirtschaft
und der Bevölkerung. Allerdings konzentrieren sich die auch in
handfesten Umsätzen messbaren Wirkungen in erster Linie auf den
historischen Stadtkern sowie einzelne herausragende Gebäude.
Die Touristen nehmen die Erfolge der Stadtsanierung bewusst wahr
und honorieren diese mit positiven Bewertungen und einer hohen Bedeutung
auch im Hinblick auf eine konkrete Reiseentscheidung. Kritik entzündet
sich kaum mehr an fehlender Sanierung, an Baulücken oder Leerständen,
sondern weit überwiegend an grundlegenden touristischen Angebots-
und Servicemängeln.
Neben einer Reihe individueller Aktivitäten in den Städten
ergibt sich daraus Handlungsbedarf in den Bereichen Innenmarketing,
Stadtgestaltung, Stadtführungen und Außenmarketing.