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Einordnung

Handlungsfeld
Planungsinstrumente

Stadträumlicher Bezug
Gesamtstadt

Nutzungsbezug
Wohnen; Dienstleistung / Gewerbe; Kultur / Freizeit; Bildung; Verwaltung

Stadt
Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg

Fotodokumentation

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Foto1: Areal des ehemaligen Verpackungsmittelwerks in Saalfeld, Quartier Knochstraße/Sonneberger Straße (Foto: Wüllner)
Areal des ehemaligen Verpackungsmittelwerks in Saalfeld, Quartier Knochstraße/Sonneberger Straße (Foto: Wüllner)

Foto1: Sanierung der Altstädte: Markt Saalfeld (Foto: Wüllner)
Sanierung der Altstädte: Markt Saalfeld (Foto: Wüllner)

Foto1: Sanierung und Umbau Bahnhof Saalfeld (Foto: Wüllner)
Sanierung und Umbau Bahnhof Saalfeld (Foto: Wüllner)

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Projektdatenbank „Gute Beispiele“ - Detaildarstellung

Foto: LEG Thüringen

Saalfeld, Rudolstadt, Bad Blankenburg (Berlin)

Städtedreieck Saalebogen
Interkommunale Kooperation zur Revitalisierung der Innenstädte

 

 

Kontext

Die abseits der prosperierenden Thüringer Entwicklungsräume liegenden, benachbarten Kleinstädte Bad Blankenburg, Rudolstadt und Saalfeld sind sowohl ökonomisch als auch räumlich und funktional eng miteinander verflochten. Die einstigen Residenzstädte Rudolstadt und Saalfeld verfügen über bedeutsame historische Stadtkerne und wurden daher in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen, Bad Blankenburg ist ein anerkannter Kurort. Insbesondere die Städte Saalfeld und Rudolstadt sind traditionelle Standorte der Chemie- und Stahlindustrie. Der intensive Strukturwandel dieser Branchen beeinflusst in seiner Wirkung nicht nur die beiden Kernstädte, sondern die gesamte Region. Die sich hieraus ergebenden Herausforderungen übersteigen die lokalen Handlungsspielräume und strukturpolitischen Steuerungsmöglichkeiten. Lösungsansätze müssen zunehmend vor dem Hintergrund gesamtregionaler Abhängigkeiten gesucht werden und daher auf interkommunaler Ebene entwickelt werden.

 

Ziele

 

Lösungen und Prozesse

Basierend auf einem abgestimmten Regionalen Entwicklungskonzept (REK) der drei Städte aus dem Jahr 1996 wurde 1997 das institutionalisierte Städtenetzwerk „Städtedreieck Saalebogen“ als Zweckverband gegründet. Die inhaltliche und organisatorische Betreuung wird extern durch die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) geleistet. Maßgebliche finanzielle Förderung erfolgte insbesondere in der Initialphase durch das Land Thüringen.
Übergeordnete Handlungsfelder sind das strategische Planen und Entscheiden, die Bereiche Wirtschaft und Arbeit, Infrastruktur, Siedlungs- und Flächenentwicklung, Stoff- und Energieflüsse, Tourismus und Kultur, Netzwerke und Cluster, Regionalmarketing und Standortakquisition.
Die in diesem Spektrum angesiedelten Maßnahmen der interkommunalen Entwicklung im Städtedreieck tragen zur Stärkung der Innenstädte und der historischen Bausubstanz bei, indem sie direkt als Maßnahme zur Revitalisierung von städtebaulichem Bestand angelegt sind oder auch indem sie indirekt die Position der Innenstädte im gesamtstädtischen und regionalen Zusammenhang stärken.
Die besondere stadtbaugeschichtliche Qualität, vor allem Rudolstadts und Saalfelds, soll als Faktor der Regionalentwicklung durch Maßnahmen der Innen- und Bestandsentwicklung sowie der Nutzung historischer Potenziale gestärkt werden. Bemerkenswertes Ergebnis und zugleich Würdigung dieser Profilierung seitens des Landes ist die Aufnahme des „Städtedreiecks Saalebogen“ ins Thüringer Landesprogramm „Thüringer Innenstadtinitiative“, das normalerweise nur auf kreisfreie und große kreisangehörige Städte ausgerichtet ist.
Innenstadtrelevante Projekte des „Städtedreiecks Saalebogen“ sind beispielsweise:
Die Revitalisierung industrieller Konversionsstandorte in gemischten Gründerzeitvierteln (ehemaliges Verpackungsmittelwerk, Quartier Knochstraße/Sonneberger Straße in Saalfeld; ehemaliger Schlachthof, Saalewiesen in Saalfeld), Bau eines innerstädtischen Parkhauses in der historischen Innenstadt von Rudolstadt, Aufwertung historischer Gebäudesubstanz im Marktplatzbereich von Saalfeld (Haus „Roter Hirsch“)und dortige Konzentration von Verwaltungsstandorten und der Touristinformation, die Sanierung der Stadthalle Bad Blankenburg in gemeinsamer regionaler Finanzierung und Nutzung, die Sanierung der Altstädte - verbunden mit der Förderung von Wohneigentum - und Angebote für „Junges Wohnen“ sowie ein stadtübergreifendes Freiraumkonzept als Basis der Maßnahmen zur Ausrichtung der Landesgartenschau 2012.

 

Projektdaten

 

Innovation

Interkommunale Konkurrenz und lokal fragmentierter Standortwettbewerb sind Auslöser einer expansiven, angebotsorientierten Stadtentwicklungs- und Flächenpolitik, die den Zielen der Innenstadtstärkung und nachhaltigen Stadtentwicklung zumeist entgegensteht. Die Revitalisierung der Innenstädte stellt sich dagegen auch als Ergebnis gesamtstädtischer und kommunal übergreifender, integrierter Entwicklung dar. Gerade bei funktional und siedlungsstrukturell eng verknüpften Städten, wie dem Städtedreieck Saalebogen, bietet sich daher eine interkommunal abgestimmte Stadtentwicklungspolitik an.
Der Verzicht auf konkurrierende Funktionen und die partnerschaftliche Unterstützung bei der Profilierung erlaubt die Realisierung von Projekten, deren Umfang die Kapazitäten einzelner Kommunen übersteigen würde.
Bemerkenswert ist, dass mit der Gründung des Städtenetzwerks eine Schnittstelle zwischen formeller und informeller Planung sowie zwischen Politik, Verwaltung, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren entstanden ist. Dadurch wird die Freisetzung entsprechender Synergien unterstützt. Durch die intensive Einbeziehung der Öffentlichkeit hebt sich die Tätigkeit des Netzwerks deutlich von den herkömmlichen, verwaltungsinternen Abstimmungsprozessen ab.

 

Weiterführende Quellen

 

Ansprechpartner

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